Ein Mediengestalter tut nicht

Das Gebot

Comic Sans verwenden? Auf keinen Fall! Paint auch nur öffnen? Untersteh dich! Soetwas tut ein Mediengestalter nicht.
Ich dachte immer, Fotos mit dem Smartphone zu machen, sei ein Frevel. Zu kleiner Bildsensor, kein optischer Zoom und die Pixeldichte sowieso viiiel zu hoch! Eigentlich. Aber was habe ich immer dabei? Richtig: Es ist mein Smartphone.

Der nächste Frevel: Die Bilder mit Instagram zu bearbeiten. Hey, wozu gibt es schließlich Photoshop? Die Bearbeitungsmöglichkeiten: Zahlreich. Und Instagram? Drei Filter, von etwa 40 Mio. Usern genutzt. Statistisch gesehen alle 58 Sekunden.[1] Sehr individuell ist das nicht.

Aber hey! Instagram ist sexy. 8) Warum sonst kauft ein Riese wie Facebook ein Unternehmen mit 13 Mitarbeitern trotz geringen Umsatzes für eine Milliarde Dollar auf?

Vergib mir, ich habe gesündigt

Am Wochenende war ich in Frankfurt. Und jetzt das Unfassbare: Ich habe mein Smartphone zum Fotografieren benutzt! Ich würde gerne behaupten, dass das Licht so gut war und meine Digitalkamera zu Hause. Dem war nicht so. :oops: Sie chillt schon seit Wochen in meiner Handtasche.
Aber der Griff zum Handy ist schneller. Kein lästiges Auspacken und Anschalten. Diskreter als eine Digitalkamera, mit der man in Frankfurt gleich als Tourist abgestempelt wird. Und es ist wunderbar, dass man die Bilder nach dem Knipsen in demselben Gerät bearbeiten kann. Viel kann man von dem Ergebnis nicht erwarten. Keine HDR-Aufnahmen.

Mainufer, Eiserner Steg

Frankfurter Rathaus

Eiscreme & Sorbet

Instagramme sind eine eigene Gattung mit einem eigenen Charme. Es geht darum, einen Moment (instant → Instagram) zu intensivieren. Spontan und ohne große Umschweife. Und mit nur drei Filtern ist die Qual der Wahl auch viel geringer. Vielleicht werden wir eines Tages auf Instagramme wie auf die Polaroids mit ihren weißen Rahmen zurückblicken. Und sie als Medium einer Ära ansehen.

Stimmungsbarometer

Es gibt viele kontroverse Meinungen zu Instagram. Manche iPhone-Besitzer trauern um den Exklusivitätsverlust “ihrer” App. Einige Instagrammer nehmen ihre Bilder mit einer Spigelreflex auf und laden sie erst dann auf ihr Handy. Andere pochen auf den Charme der minderen Qualität eines Smartphone-Schusses. Wieder andere fürchten den Hype. Haben Angst davor, dass Instagramme die Fotos in der Tageszeitung ersetzen. Angst, dass alle Fotos demnächst gleich aussehen. Ohne Berücksichtigung des Goldenen Schnitts und sonstiger fotografischer Mittel. Hauptsache der Instagram-Filter ist drübergeklatscht, egal wie mies das Foto aussieht.

Ich sehe das so: Instagram macht Spaß. Die Smartphone-Kamera ans Limit zu bringen, einfach das Beste rauszuholen, macht Spaß. Seht es als Herausforderung! Und dann schaut, was ein Instagram-Filter mit eurem Foto macht. Und wie es von der Community aufgenommen wird.

Quintessenz

Unser erstes Projekt in der Berufsschule war die Gestaltung eines Veranstaltungsplakats für die Schule selbst. Es gab ein Briefing mit genauen Vorgaben. Ausgerechnet das Plakat, das gefühlt die meisten Regeln gebrochen hat, wurde genommen. Das war meine erste Lektion: Liefer ein geiles Ergebnis ab und keinen interessieren die Regeln mehr.
Der Name des Blogeintrags ist völliger Schwachsinn.

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:D :-) :( 8) :oops: :cry: :wink: